Zugluft im Winter stoppen: einfache Diagnose vor dem Fensterkauf
Wenn im Winter die Vorhänge anfangen zu flattern, obwohl alle Fenster geschlossen sind, liegt der Verdacht nahe, dass die Fenster undicht sind. Der teuerste Fehler in dieser Situation ist der vorschnelle Kauf neuer Fenster. In vielen Fällen lässt sich die Zugluft mit einfachen Mitteln stoppen, ohne dass Sie mehrere Tausend Euro investieren müssen. Bevor Sie einen Handwerker rufen oder einen Kaufvertrag unterschreiben, sollten Sie die Ursache genau eingrenzen.
Der erste Schritt ist eine ehrliche Bestandsaufnahme. Prüfen Sie mit einer Kerze oder einem dünnen Stück Toilettenpapier, wo genau die Luft eintritt. Halten Sie die Flamme vorsichtig an den Rahmen, an die Dichtungen und an den Übergang zwischen Fensterflügel und Mauerwerk. Bewegt sich die Flamme, haben Sie die undichte Stelle gefunden. Oft sind es nur die Anpressdichtungen, die mit den Jahren hart geworden sind, oder die Beschläge, die sich verzogen haben. Wenn Sie Fenster richtig einstellen und abdichten, können Sie in vielen Fällen auf den Austausch der kompletten Fenster verzichten. Das spart nicht nur Geld, sondern auch jede Menge Ärger mit Lieferzeiten und Baustaub.
Ein häufiges Missverständnis betrifft die sogenannte Spaltlüftung. Viele Hausbewohner halten den ständigen Luftzug für einen Baumangel, dabei ist eine kontrollierte Spaltlüftung in manchen Gebäuden sogar gewünscht, um Feuchtigkeit abzuführen. Der Unterschied liegt in der Menge und der Richtung der Luft. Zieht es gleichmäßig und schwach, kann das ein Zeichen für eine funktionierende Lüftung sein. Zieht es dagegen stark und kalt an einer bestimmten Stelle, ist das ein Defekt. Prüfen Sie deshalb nicht nur, ob es zieht, sondern auch wie stark und wo genau. Ein Blick auf die Dichtungen und die Einstellung der Beschläge genügt meist, um das Problem zu erkennen.
Erst wenn die Diagnose eindeutig ergibt, dass Rahmen, Glas oder Mauerwerk beschädigt sind, lohnt sich der Gedanke an neue Fenster. In allen anderen Fällen reicht es, die Beschläge nachzujustieren, die Dichtungen zu tauschen oder kleine Fugen mit geeigneten Materialien zu schließen. Diese Arbeiten sind mit etwas Geduld selbst machbar und kosten nur einen Bruchteil eines Fensteraustauschs. Wer die Ursache kennt, trifft eine bessere Entscheidung und vermeidet es, Geld für etwas auszugeben, das gar nicht nötig war.